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Wyclef im Filmgeschäft
5. Februar 2003

Rapper Wyclef Jean
Rapper Wyclef Jean spielt die Hauptrolle in einem GangsterfilmBild: SN/epa  

Filmproduzent Schwartz soll enge Verbindung zwischen Musik- und Filmindustrie ermöglichen

Hip-Hop-Star Wyclef Jean ist in die Filmbranche eingestiegen: In dem Gangsterfilm "Shottus" spielt er die Hauptrolle. Doch die Schauspielerei ist für ihn eher ein Nebenaspekt, insgesamt geht es ihm um den Aufbau einer Filmfirma, die für ein ethnisches und kulturelles Ziel steht: "Es gibt Filme aus einer asiatischen Perspektive, aus italienischer Perspektive und ich will eine karibische Perspektive ins Kino bringen", erklärte er auf der Internationalen Musikmesse Midem in Cannes. Dazu stieg er bei der Firma Trimedia Entertainment ein, die vom Produzenten Chris Schwartz gegründet wurde.

Schwartz, der als Produzent und Chef von Ruffnation Records mit seinen Künstlern bereits Umsätze in Höhe von einer Milliarde Dollar generiert hat, will sich mit der neuen Firma die Unbeweglichkeit der Branchenriesen zunutze machen: "Die Konzentration in der Industrie auf die fünf großen Player öffnet Nischen für kleine und mittelgroße Unternehmen", sagte Schwartz. "Die großen Firmen sind kaum in der Lage, einen Film plus Soundtrack zu produzieren, beides zusammen in eine Hülle zu packen und für 25 bis 30 Dollar zu vermarkten. Wir aber können das, wie wir bereits mit dem Film 'Snipes' bewiesen haben." Schwartz erklärt, dass die Musikindustrie von der Filmbranche siegen lernen könne, die mit 30 Millionen "Spiderman"-DVDs Traumresultate erzielt, die in der Musikbranche extrem rar geworden seien.

Wyclef Jean kam zum Film, "nicht, weil ich unbedingt schauspielern wollte, sondern weil ich eine ernsthafte Filmfirma gründen wollte". Für "Shottus" sollte er ursprünglich nur den Soundtrack produzieren, doch bald fand er sich in der Hauptrolle wieder. Für Jean "war es nicht das Schwerste, in die Rolle hinein-, sondern wieder herauszuschlüpfen", sagte er. In dem Gangsterfilm, der HipHop-Ästhetik des Jahres 2002 an die Tradition der 'Blaxploitation'-Filme der frühen Siebziger anknüpft, geht es hart zur Sache. Der Fugees-Kopf sieht die Gewalt aber nicht als Selbstzweck: "Es geht um Karma. Was Du tust, wird auf Dich zurückfallen. Wenn es Gewalt in den Gettos gibt, dann müssen wir das auch zeigen. Wenn jemand sieht, wie seinesgleichen auf der Straße stirbt, wird das auch dem härtesten Gangster die Tränen in die Augen treiben."

Wobei das Kino, wie Schwartz erklärt, nur noch als Promotion-Instrument für den DVD-Verkauf dienen wird, der Soundtrack den Film und der Film den Soundtrack bewirbt und alles zusammen trotzdem ein glaubwürdiges Stück Jugendkultur repräsentieren soll. "Man kann sich nicht in die Kultur einkaufen", sagte Schwartz. Kein geringer Anspruch, und obwohl es sich mit Kosten von 20 bis 25 Millionen Dollar nach seiner Einschätzung um "Low Budget"-Filme handelt, will und wird Trimedia mit seinen "Hollyhood"-Filmen womöglich den großen Playern tüchtig einheizen.

#ap/flash
Rapper Wyclef Jean
 

 

Wyclef Jean
 
  INTERNET
www.wyclef.com
Tolle Site des Label-Chefs, Rappers und Entertainers.
 
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